Testturm


Informationsveranstaltung zum Testturm in Rottweil: Regionale Wirtschaft wird beim Bau beteiligt

vom 28.07.2014

Beim Bau des Testturms setzen die Verantwortlichen ganz bewusst auf die Einbindung regionaler Unternehmen.

„Für uns ist es wesentlich, dass das Projekt von den Bürgern, der Politik und der Wirtschaft gleichermaßen getragen wird. Deshalb wollen wir gemeinsam mit Ihnen arbeiten“, wandte sich ThyssenKrupp Elevator-Europachef Alexander Keller am Montagabend an mehr als 300 Unternehmensvertreter im Rottweiler Kraftwerk. Weitere wichtige Erkenntnis des Abends: ThyssenKrupp beteiligt nicht nur die heimische Wirtschaft am Bau des Testturms, sondern machte deutlich, dass man als Technologie-Unternehmen grundsätzlich an der Zusammenarbeit mit den innovativen Unternehmen der Region interessiert ist. Keller sprach vom „Technologie-Hub“, der sich durch den Testturm, den Technologiepark in Neuhausen und das Entwicklungszentrum in Pliezhausen ergebe.

Eingeladen zum Informationsabend hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, der Technologieverbund TechnologyMountains, die Handwerkskammer Konstanz und die Stadt Rottweil gemeinsam mit ThyssenKrupp Elevator und dem für den Turmbau beauftragten Generalunternehmen Züblin AG. IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez betonte, dass die hiesige, mittelständisch geprägte Industrie eine führende Stellung in Europa einnehme und selbst ein DAX-Unternehmen durch die regionale Zusammenarbeit nur gewinnen könne: „Es ist ein Geben und Nehmen. Die heimischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen stehen bereit, um Lösungen, Produkte, Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung zur Verfügung zu stellen.“

Der Startschuss soll bereits im Herbst fallen, hofft Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß, denn wenn die Verwaltungsverfahren glatt laufen, könne bereits im Herbst mit dem Bau begonnen werden. Broß dankte ThyssenKrupp, dass die Beteiligung regionaler Unternehmen ausdrücklich gewünscht wird. „Positive externe Effekte für Gastronomie, Hotellerie und Handel werden genauso prognostiziert wie ein Schub für den Wissens- und Technologietransfer in unserer Region“, unterstrich der Oberbürgermeister.

Alexander Keller, ThyssenKrupp Elevator Europachef, stellte in seinem Vortrag den Konzern ThyssenKrupp vor und unterstrich dabei, wobei es bei diesem Projekt besonders ankommt: „Wir stehen hier als ThyssenKrupp, als diversifizierter, weltweit tätiger Industriekonzern, der in der Region diesen Testturm verwirklichen will. Aber vor allem stehen wir hier als Forscher und Entwickler, als Tüftler, als Geschäftsleute und Aufzugbauer sowie hoffentlich bald auch als Nachbarn. Der Turm ist ein Zeichen für unsere Ingenieurskunst, ein Zeichen, für die Innovationen und Lösungen, die wir hier in der Region entwickeln wollen.“ Der Turm ist dabei für den Europachef ein langfristiges Investment: „Städte werden immer größer, Gebäude immer höher – wir brauchen jetzt neue, intelligente Aufzüge für die Anforderungen der Zukunft. Der Megatrend Urbanisierung wird auch in den kommenden Jahrzehnten anhalten, der Testturm wird ein entscheidender Puzzlestein für ThyssenKrupp, kommende Aufzugsgenerationen und auch völlig neue Lösungen zu entwickeln, testen und zertifizieren. Der Testturm ist eine einmalige Chance – für ThyssenKrupp, für die Stadt Rottweil, aber auch und vor allem für die Unternehmer der Region.“ ThyssenKrupp habe sich nicht zufällig für den Standort entschieden, sondern weil die Ingenieursdichte so hoch sei, weil es so viele innovative Unternehmen gebe und weil im näheren Umkreis so viele technische Studiengänge angeboten werden.

Projektkoordinator Peter Osterstock stellte das Innenleben des Testturms vor. Elf Schächte werden gebaut, von denen neun einzig der Forschung und Erprobung dienen. In Rottweil werde man grundsätzlich daran arbeiten, Beförderungsstrategien für die Hochhäuser von morgen zu entwickeln und vor allem die Geschwindigkeiten zu erhöhen. Das Ziel sei es, die Aufzüge von derzeit zehn Metern pro Sekunde auf bis zu 18 Meter pro Sekunde zu beschleunigen.

Wie die regionale Beteiligung in der Bauphase ganz konkret aussehen soll, darüber informierten Stephan Keinath und Thomas Glunk von der Züblin AG. Das in Stuttgart beheimatete Bauunternehmen erstellt den Testturm. Die Arbeiten für Baugrube und Fundament sollen noch im August ausgeschrieben werden, ebenso die Rohbauarbeiten. Der Innenausbau werde dann im 1. Quartal 2015 am Markt platziert. „Wir sind sehr bestrebt, die Arbeiten in kleinen Paketen auszuschreiben”, versprachen Keinath und Glunk. Da der Testturm ausgesprochen aufwändig und umfangreich verkabelt wird, besteht sehr hoher Bedarf an elektrotechnischen Arbeiten sowie in der Mess- und Regeltechnik, führte Glunk aus.

Frank Schaar, Einkaufschef des Unternehmens, machte deutlich, dass das Beschaffungswesen bei ThyssenKrupp Elevator als strategische Aufgabe wahrgenommen und umgesetzt wird. Generell sei ThyssenKrupp immer daran interessiert, leistungsstarke und innovative Unternehmen als Partner und Zulieferer zu gewinnen. Mit einigen Unternehmen aus dem Schwarzwald arbeite man bereits erfolgreich zusammen, so stammten die Drehimpulsgeber, Schachtverkabelungen sowie Fräs- und Drehteile aus der Region. ThyssenKrupp habe hohe Einkaufsvolumina bei Gussteilen, Edelstahlblechen und Profilen sowie allen Produkten rund um Elektromotoren. Hinzu kämen Montage/Demontage und Servicearbeiten sowie Lager- und Logistikdienstleistungen.

Nicht minder interessiert an der Zusammenarbeit mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Region zeigte sich ThyssenKrupp Elevator-Entwicklungsleiter Dr. Stephan Rohr, der die immense Technik „hinter dem kleinen Knopf mit der Zahl des gewünschten Stockwerks drauf“ vorstellte. Die Optimierung der Elektromotoren und der Frequenzumrichter sei eine ständige Forschungsaufgabe, zudem gelte es, Werkzeuge, Türen, Seile und Sicherheitseinrichtungen stetig zu optimieren. Die größte Herausforderung der Personenbeförderung in den Megahochhäusern von morgen seien aber die Algorithmen für die Steuerung. Dazu arbeite man bereits mit externen Partnern, wie Forschungseinrichtungen und Softwarehäusern zusammen und werde Partnerschaften weiter ausbauen.

Für diesen Bereich zeigte sich Thomas Wolf, Geschäftsführer der IHK-Innovationsoffensive TechnologyMountains, sehr positiv gestimmt: „Wir verfügen in unserer Region über extrem viel Know-how und arbeiten dabei insbesondere branchenübergreifend. Wenn der Turm in Betrieb geht, wird dies einen spürbaren Technologieschub in der Region auslösen.“




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