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Impressionen

Fan-Fotografie

„Wir brauchen die Zukunft“

„Turmgespräch“: Hobbyfotograf Werner Schwenk aus Rottweil über sein liebstes Motiv und den perfekten Moment, um „Klick“ zu machen

Werner Schwenk ist ein Testturmfan der ersten Stunde. Immer wieder überrascht er uns mit außergewöhnlichen Impressionen, die auch auf unseren Social-Media-Kanälen viel Anklang finden. Im Interview mit Werner Schwenk erzählt er uns, warum der thyssenkrupp-Testturm ihn so fasziniert, welche Lichtstimmung ihm zum Fotografieren am liebsten ist – und welche Tipps er nach 20.000 „Turm-Schüssen“ für Hobbyfotografen parat hält.

 

Herr Schwenk, war der Testturm für Sie Liebe auf den ersten Blick?

Ja, ich war bereits bei der ersten Bürgerversammlung am 6. Mai 2013 dabei. Schon eine Woche später habe ich ein erstes Bild vom ursprünglichen Bauplatz gemacht. Ich war vom ersten Tag an für das Projekt. Der Testturm ist das Beste, was der Stadt Rottweil passieren konnte.

Was hat Sie an der Bauphase am meisten fasziniert?

Es war atemberaubend zu sehen, wie der Turm jeden Tag gewachsen ist. Die Arbeiter haben Tag und Nacht von Montag bis Sonntag gearbeitet und es war beeindruckend, wie toll alle an dem Projekt zusammengearbeitet haben. 20 bis 30 Personen hatten alle unterschiedliche Aufgaben, und dennoch hat alles super funktioniert.

Warum sind Sie ein Testturmfan? Wie kam es dazu?

Man kann von der Vergangenheit alleine nicht leben, finde ich. Wir brauchen die Zukunft und stetig Neues – Rottweil hat diese Veränderung gebraucht. Jetzt tut sich etwas im Ort. Touristen von überall her kommen jetzt in die Stadt. Ich freue mich auch schon sehr auf die geplante Hängebrücke. Mit dem thyssenkrupp-Testturm und der Brücke hat Rottweil echte Alleinstellungsmerkmale. Dass der Turm viele Anhänger hat, sehe ich auch an den Verkaufszahlen meines Fotobuchs und der Besucher auf meinem Blog. Mein Testturm-Fotobuch habe ich bereits ins Ausland verkauft, und Menschen aus Russland, den Vereinigten Staaten, Spanien und Polen waren auf meinem Blog, dort habe ich den kompletten Aufbau des Turmes dokumentiert.

Wenn ich mir Ihre Bilder so anschaue, scheint es, als hätten Sie keine Höhenangst.

Die habe ich tatsächlich nicht, meine Frau und meine Cousine allerdings schon. Aber: Sie haben beide ihre Höhenangst durch den Turm überwunden und waren nun auch schon mehrere Male alleine oben auf der Aussichtsplattform.

 Für die meisten beginnt die Liebe zur Fotografie mit der ersten eigenen Kamera. Wie war das bei Ihnen?

Vor 30 Jahren habe ich schon einmal fotografiert, aber wiederentdeckt habe ich die Liebe zur Fotografie vor fünf Jahren als Rentner. Wer fotografiert, sieht die Welt mit anderen, offenen Augen, das gefällt mir.

Auf welche Aufnahme des Testturms sind Sie besonders stolz und weshalb?

Es gibt ein Bild mit einem besonderen Lichtspiel oben auf der Aussichtsplattform, darauf bin ich besonders stolz.

Wie haben Sie das jüngste Bild mit den Lichtreflexen denn hinbekommen?

Wir haben für einen kurzen Moment das Licht auf der Plattform ausgemacht, so kam diese Spiegelung zustande.

Welche Lichtstimmung ist Ihnen am liebsten? Morgens, mittags oder abends?

Da gibt es viele. Ich denke aber, dass ich morgens, gleich nach dem Sonnenaufgang, oder bei Nebel den Testturm am liebsten fotografiere.

Von wo haben Sie den Testturm bereits fotografiert und was war Ihr Lieblingsort?

Drei Mal am Tag bin ich mit meiner Kamera unterwegs – morgens, mittags und abends. Da kommen einige Bilder zusammen, allein vom Testturm habe ich über 20.000 Bilder. Meinen Lieblingsort kann ich gar nicht genau benennen. Es gibt so viel tolle Möglichkeiten, das Gebäude zu fotografieren – vom Telekom-Gebäude in Rottweil aus, von Dietingen, mit Herbstlaub oder auch aus 20 Kilometer Entfernung.

Zu guter Letzt: Haben Sie Tipps für Hobbyfotografen?

Um gute Fotos zu schießen, hilft es, eine offene Art zu haben. Es hilft, nicht so verbissen und verklemmt an die Sache heranzugehen. Durch die Fotografie sehe ich vieles sehr positiv. Abends zu fotografieren sollte man ebenfalls nicht unterschätzen. Rottweil ist dann sehr ruhig und man kann die Lichter des Ortes sehr gut einfangen. Zu guter Letzt der wichtigste Tipp: Haben Sie Geduld! Schöne Orte zu finden, das braucht Zeit.

Vielen Dank für das Interview, Herr Schwenk.

Das Interview führte Alicia Wüstner